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Palsen
Wer zurück in die Eiszeit will, der muss nach Mützenich fahren und von dort aus ins Rote Venn wandern.

Der Weg zurück zur Eiszeit ist kaum zwei Kilometer weit und bequem zu gehen. Vom geschotterten Weg aus führt ein Holzweg direkt über ein Stück Vennboden zum großen Palsen. Und der ist eben ein Stück aus der Eiszeit vor rund 10.000 Jahren.

Palsen sind  Reste von eiszeitlichen Hügeln, umgeben von ringförmigen Wällen, die einen Weiher oder einen verlandeten Weiher umschließen. Der große Palsen von Mützenich ist mit Wasser gefüllt, mitunter ziehen auf dem Weiher Stockenten ihre Bahnen.

Die Palsen, die einen Durchmesser bis zu 50 Meter und mehr haben können, sind vor mehr als 10.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit entstanden. Zu dieser Zeit herrschte im Venn ein raues Klima mit Temperaturen im Jahresmittel zwischen minus 1 Grad bis minus fünf Grand Celsius. Der anhaltende Frost sorgte dafür, dass sich Eislinsen bilden konnten. Später dann, als die Eiszeit vorüber war (8.300 bis 7.000 vor Christus), erwärmte sich das Klima, die Frosthügel tauten ab, die Bodenschichten senkten sich dabei leicht;  die so gebildeten Becken füllten sich rasch mit Regenwasser.

Die Palsen, die besonders im Steinley- und im Brackvenn zu beobachten sind, sind eine geologische Rarität in ganz Europa. Vor allem nach dem 2. Weltkrieg (wie zuvor schon um die vorige Jahrhundertwende)  wurden viele Vennflächen, die als Ödländereien empfunden wurden, mit Fichten aufgeforstet.

Dann kam aber die Rückbesinnung auf das ursprüngliche Venn. Und so wurden auch im Roten Venn bei Mützenich die Fichten  beseitigt und die alten Weiher aus der Eiszeit renaturiert, das heißt mit Wasser gefüllt.

Heute sind die Palsen von Mützenich eine Attraktion. Bunte Info-Tafeln informieren über Relikte aus der Eiszeit und über die umfangreichen Arbeiten, das ursprüngliche Venn wiederzubeleben.  Der gut acht Meter hohe Aussichtsturm ermöglicht einen eindrucksvollen Blick über die neue Vennlandschaft von Mützenich.


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